Langsam fühl ich mich alt, ich werde in 4 Monaten 25. Wo ist die Jugend hin? 25, das heißt ...ich geh steil auf die 30 zu. Und wann kann es schon so toll sein, wie in seiner Jugend?
Manchmal habe ich das Gefühl, meine Jugend nicht so ausgelebt zu haben, wie ich es hätte tun sollen. Bis ich 16 war, war ich furchtbar hässlich (blöder Haarschnitt, hässliche, normale Kleidung, Brille) und langweilig. Hab meine Freizeit mit lesen und zeichnen verbracht, und natürlich auch mit Freunden treffen, aber nich irgendwie mit weggehen oder so.
Mitte 16 fing ich an, toller zu weren. Ich legte mir Kontaktlinsen zu, und fing an, Rock/Punk Musik gut zu finden. Ich fing an, nur noch schwarz zu tragen (incl. bodenlanger Ledermantel und Spingern), meine AUgen dunkel zu schminken, die Nägel schwarz lackieren, die Haare wurden grün. Aber großartig weggehen - nein, das wollte ich nich. Noch immer verbracht ich meine Freizeit am liebsten mit lesen, zeichnen, Internet und mit Freunden treffen. Aber abends weggehen - nein, irgendwie war das nie so meins. So vergingen die Jahre, ich wurde 17, 18...die Haare mittlerweile schwarz gefärbt, Kleidung immer noch schwarz, aber kein Ledermantel mehr. Man wurde 19, 20. Das Abitur war geschafft, man hatte immer noch den Stil.
Ab und zu war ich natürlich mal abends mit Freunden weggegangen, aber großer Fan war ich davon nicht. Gestört hat mich daran immer so sehr, nach Hause zu kommen. Ich wohnte etwa 30min von der Innenstadt entfernt, und nachts fuhr der Zug nicht mehr, sodass ich mit Bussen hätte fahren müssen,w as das doppelte der Zeit benötigt -. und das hat mich immer total genervt.
Dann, ich war ende 20, zog ich mit meinem damaligen (Ex)Freund zusammmen in eine WOhnung nch Hamburg, um dort zu studieren. Und ich möchte meinen, diese 3 Jahre waren freizeittechnisch der ABSOLUTE reinfall. 21, 22, 23 - eigentlich absolute Jugend, die ich beschissen verbracht habe. Mein Exfreund wollte NIE etwas unternehemen. Er wollte immer zu Haus vorm Computer sitzen. Nichtmal, als ich nach London geflogen bin bzw aus London aus dem Urlaub zurück kam, habt er mich vom Flughafen abgeholt. Das sagt wohl alles aus....
Irgendwie hab ich mich auch zu sehr an ihn gehalten. Hab mich ihm angepasst. Fing auch an, viel zu Haus zu sein, statt in einer solch großen Partystadt wie Hamburg in ne coole Rock/Metal-Kneipe zu gehen, und Menschen kennenzulernen. Wie oft ich ABENDS/NACHTS in Hamburg mit Freunden weg war, kann ich an 1 Hand abzählen: 2 mal. In 3 Jahren. Traurig.
Und wirklich viele Kontakte habe ich in Hamburg auch nie geknüpft.
1 Arbeitskollegin von meinem Nebejob, die dort sozusagen meine "beste" Freundin wurde, 1 Kumpel, den ich schon zuvor kannte, und 1 Mitstudentin. Das waren zumindest die einzigen 3 Personen, mit denen ich mich auch in meiner Freizeit getroffen habe.
Natürlich habe ich in der Uni auch noch mit anderen Leuten Kontakt gehabt und mich gut erstanden, aber irgendwie hat man sich nie privat getroffen.
Meist war ich halt mit meinem Ex zu Haus. Im nachhinein bereue ich es sehr, nicht mehr auf eigene Faust gemacht zu haben. Er hat mich total gebremst, im Käfig gehalten sozusagen. Und mich als seine Putzfrau und Mädchen für alles benutzt, aber das is ne andere Geschichte.
Jedenfalls seh ich diese 3 Jahre irgendwie als "verlorene Jugend" an. Als ich dann wieder in Bremen wohnte, hab ich das ein paar Monate nachgeholt, jedes Wochenende betrunken am feiern gewesen. Quasi fürs Wochenende gelebt, und mich Freitag Nachmittags zu Feierabend gefreut, mich wieder zu betrinken. Und es war schön. Inzwischen mach ich wieder nur noch selten Party, aber das ist okay.
Trotzdem, wenn ich seh, was andere Leute in ihrer Jugend gemacht haben, werd ich schon ein bisschen neidisch. Viel Party, viele Leute, betrinken, auszuprobieren zu rauchen, Nächte durchmachen, Rebellisch sein, Fuck-you einstellung haben, viele Fotos aus der Zeit zu haben, wo man sich so verdammt gut gefühlt hat ...nein, sowas hab ich nicht gemacht. Und finds auch irgendwie schade drum.
Ich hatte in meiner Jugend immer den Traum, mal ein Graffitti an einer Wand zu sprühen, und ein Straßenschild zu klauen, selbst das hab ich nie gemacht. Ich war wohl zu brav, auch wenn ich nich so aussah. :/
Und es jetz nachholen - nein, dafür fühl ich mich ehrlich gesagt zu alt. Zwar bin ich meinem Stil immer noch treu geblieben, aber trotzdem, man ist doch irgendwie "braver" und "erwachsener" geworden. Ich hätte nich gedacht, dass ich davon mal betroffen wäre, aber ganz ehrlich, ich hab schon Angst vorm älter werden. Ehrlich. :(
(Das heißt nicht, dass ich jetzt nich glücklich bin, ich hab den tollsten Mann der Welt ;) ...aber das waren Gedanken zu meiner Jugend XD)
Ich kann das, was du erzählst, total nachvollziehen! Bei mir war es so ähnlich, bis ~19 total brav meistens zu Hause gewesen, dann mit jemanden zusammenen gekommen, der nie das Haus velrässt und dabei jahrelang hängen geblieben. Seit letztem Jahr versuch ich das auch mehr oder minder nachzuholen, aber wenn man mal 23+ ist, ist das alles irgendwie anders... Man merkt, dass man älter wird, dass man die Nächte nicht mehr "unbeschadet" durchfeiern kann, dass aber auch die Leute um einen herum erwarten, dass man reif und erwachsen ist. Das lässt mich manchmal auch etwas zurückhaltend werden.
AntwortenLöschenEs ist irgendwie schade, als "alter Hase" zu gelten, obwohl - zumindest bei mir is das so- man gerade erst anfängt, "richtig" zu leben.
Ich fühl mich im Moment auch so, als würd ich was verpassen. Auch, wenn ich nich genau sagen kann was...
AntwortenLöschenx_X
Und hast du das Shirt gefunden? :3